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Was ist die Reproduktionszahl R und wie wichtig ist diese?


Bei der Reproduktionszahl, auch R-Wert genannt, handelt es sich um einen Wert, der angibt, wie viele Menschen im Schnitt durch einen einzigen infizierten Menschen angesteckt werden.

Zu Beginn einer jeden Pandemie gibt es den Startwert R0. Dieser Wert ist die sogenannte Basisreproduktionszahl und gibt an, wie hoch die Ansteckungsrate ist, wenn alle Menschen zunächst für das Virus empfänglich sind, also noch keinerlei Immunität besteht, noch kein Impfstoff existiert und auch noch keinerlei Maßnahmen zum Infektionsschutz getroffen wurden.

R0 wurde im Falle von SARS-CoV-2 auf einen Wert zwischen 3,3 und 3,8 festgelegt. Das bedeutet, dass im Schnitt jeder Infizierte 3,3 bis 3,8 weitere Menschen infizieren wird. Ohne jedwede Einleitung von Infektionsschutzmaßnahmen würde sich das Virus also sehr schnell exponentiell steigend verbreiten. Eine Verlangsamung beziehungsweise ein Stopp wird frühestens dann erreicht, wenn etwa 70 Prozent der Bevölkerung infiziert wurde und entweder gestorben ist oder eine Immunität entwickelt hat und damit das Virus selbst nicht mehr weiterverbreiten kann.

Verringert werden kann die Reproduktionszahl durch die Einleitung von Infektionsschutzmaßnahmen. Die wohl wichtigsten Schutzmaßnahmen sind in der AHA+L-Regel zusammengefasst:

  • Abstand halten
  • Hygiene beachten
  • Alltagsmasken tragen
  • lüften

Je nachdem, wie der R-Wert steht, steigt oder fällt die Zahl der täglichen Neuinfektionen oder aber sie bleibt konstant.

  • R > 1: steigend
  • R = 1: konstant
  • R < 1: sinkend

Deshalb ist stets das Ziel, den R-Wert bei unter 1 zu halten.

In den täglichen Situationsberichten gibt es immer zwei verschiedene R-Werte:

  1. 4-Tage-R-Wert
  2. 7-Tage-R-Wert

Während der 4-Tage-R-Wert recht sensitiv ist und recht empfindlich auf kurzfristige Änderungen der täglichen Fallzahlen reagiert, gibt der 7-Tage-R-Wert hingegen einen stabileren Wert wieder, da er den täglichen Schwankungen der Fallzahlen weniger unterliegt.